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Ein Mord kommt selten allein

Kriminalroman von Regina Károlyi

Cover Krimi


Zum Inhalt:

Evelyn ist frisch geschieden. Glücklich über ihre hart erkämpfte Unabhängigkeit stürzt sie sich auf ihre Arbeit in der Boutique, die ihr bei der Scheidung zugesprochen wurde. Doch sie hat die Rechnung ohne ihren haßerfüllten Ex-Mann gemacht, der alles daran setzt, ihr Geschäft zu ruinieren. Als sie sich erbittert wehrt, muß sie erkennen, daß es plötzlich um ihr Leben geht - und um das ihrer Tochter.
Da es sich um einen Kriminalroman handelt, darf ich an dieser Stelle nicht mehr verraten - vielleicht möchten Sie ihn ja lesen!

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Leseprobe

aus: Regina Károlyi, "Ein Mord kommt selten allein"

Seite 6 - 9

"Mami, ich bin fertig. Wann machst du zu?"
"In ungefähr zehn Minuten, Liebling. Sieh am besten deine Rechenaufgaben noch einmal durch."
"Ich hab' schon zweimal alles nachgerechnet und immer dasselbe 'rausgekriegt. Mami, darf ich das Geld in der Kasse zählen?"
"Ja, wenn du willst. Aber paß gut auf, daß dir kein Schein wegfliegt!"
"Mensch, Mami, ich bin doch kein Baby!"

Evelyn legte ein paar Pullover in ein Regal zurück. Dann sah sie sich um, was es noch zu tun gäbe. Sie trat in einen Gang zwischen den Jacken und blickte liebevoll zu ihrer Tochter hinüber, die eifrig Geldscheine zählte. Zwischendurch sah das Mädchen zufällig auf, und plötzlich erstarrte sein Gesicht in einem Ausdruck panischen Erschreckens.
"Maaami! Renn weg!"
Aber die Warnung kam nicht mehr rechtzeitig.
Evelyn fühlte einen heftigen Schlag auf ihren Hinterkopf, und sie stürzte zu Boden. Schon packte jemand äußerst grob ihre Arme und band sie auf ihrem Rücken zusammen.
"Julia! Hau ab! Sperr dich irgendwo ein!" rief Evelyn entsetzt.
"Zu spät. Wir haben sie. Und schrei nicht so laut, du..."
Eine Hand mit Gummihandschuh klebte ihr einen breiten Streifen Paketband über das Gesicht. Dann wurde sie zur Kasse geschleift.

Sie richtete sich mühsam zum Sitzen auf und sah drei maskierte Männer um sich herum. Ein vierter stand am Eingang Schmiere.
Julia, wie sie selbst gefesselt und mit verklebtem Mund, wurde neben sie geworfen. Ein bulliger Mann steckte das Geld hastig mit beiden Händen in eine Plastiktüte eines Lebensmitteldiscounters.
"Sechstausend Mark ungefähr", meldete er. "Und jetzt knöpfen wir uns die Puppe richtig vor."

Die drei rissen ihr förmlich die Kleider vom Leib. Zornig trat sie um sich. Der Größte der Maskierten schlug ihr daraufhin einigemal mit der Faust ins Gesicht, um sie gefügig zu machen.
"Ich nehm' mir schon mal die Kleine vor, bis ihr mit der da fertig seid!" meldete sein bulliger Komplize, und Evelyn glaubte einen Augenblick lang, seine Stimme zu kennen. Sie hatte jedoch keine Zeit nachzudenken, denn der Gedanke, daß dieser widerwärtige Mensch Julia etwas antun könnte, versetzte sie in rasende Wut und Angst zugleich.
"Spinnen Sie?" rief der Mann, der am Eingang stand, entsetzt. "Das können Sie nicht machen! Lassen Sie die Frau in Ruhe, besonders aber das Kind! Sie können es doch nicht..."
"Wir können immer!" grölten die anderen drei, aber Evelyn wehrte sich hartnäckig trotz der Schläge und versuchte dabei noch, Julia zu schützen. Schließlich saß einer auf ihren Beinen, einer auf den gefesselten Armen, und der dritte knöpfte sich die Hose auf, so schnell er es mit seinen behandschuhten Händen zu bewerkstelligen vermochte.
"Da kommen Leute!" schrie der Mann am Eingang.
Sofort ließen die Männer von Evelyn ab und rannten zur Tür.
Evelyn sprang augenblicklich auf und griff nach dem erstbesten schweren Gegenstand, den sie fand. Es war die Kasse, in der sie üblicherweise die Tageseinnahme zur Bank brachte. Sie nahm sie mit beiden Händen auf und schleuderte sie dem Mann mit der Plastiktüte schwungvoll nach. Trotz der Behinderung durch ihre gefesselten Hände traf sie ihn voll im Genick. Er schrie auf, stolperte und ließ die Tüte fallen. Im Rennen versuchte er noch, die Beute zu retten, doch es gelang ihm nicht. Statt dessen verrutschte ihm die Maske, und Evelyn konnte sein Gesicht sehen. Ihr wurde übel.
Es handelte sich um ihren Schwager.

Nur Sekunden, nachdem die Maskierten den Laden verlassen hatten, kam ein junges Paar herein.
"Hallo, ist hier alles in Ordnung?" rief der junge Mann. Doch im selben Augenblick entdeckte er Evelyn und erstarrte.
Mit einer bittenden Geste hielt sie ihm die Hände hin. Er lief zur Kasse und fand dort eine Schere, wie er wohl vermutet hatte. Dann versuchte er, Evelyn die Fesseln durchzuschneiden, doch sie waren zu dick. Schließlich durchkramte er seine Taschen und entdeckte irgendwo ein Taschenmesser. Er befreite Evelyn mühsam, anschließend half er Julia. Das junge Mädchen stand hilflos und offensichtlich schockiert daneben. Evelyn rieb sich ihre Handgelenke, um die Durchblutung wieder in Gang zu bringen, dann riß sie sich mit einem Ruck das Paketband vom Mund. Am liebsten hätte sie geschrien vor Schmerz. Es brannte höllisch.
"Alles in Ordnung, das sehen Sie doch", antwortete sie zynisch auf die Minuten vorher gestellte Frage. Danach versuchte sie, ihre Tochter so schonend wie möglich von dem Klebeband zu befreien. Inzwischen rief der junge Mann die Polizei.

Evelyn nahm die schluchzende, zitternde Julia in den Arm. Dann stand sie auf, um ihr ein Glas Wasser zu holen. Dabei kam sie an einem Spiegel vorbei.
Mehr versehentlich schaute sie hinein, und ihr eigenes Spiegelbild erschreckte sie so sehr, daß sie einen Schrei ausstieß.
Sie war bis auf ein paar Fetzen nackt, und am ganzen Körper bildeten sich bereits dicke, dunkle Blutergüsse. Quer über ihr Gesicht zog sich ein breites feuerrotes Band, ein hübsches Andenken an den Knebel aus Paketband. Zusätzlich war ihre Unterlippe durch die Fausthiebe aufgesprungen und blutete heftig. Auch ihre Schulter war aufgerissen, vermutlich dadurch, daß sie ihr den BH so brutal weggezerrt hatten. Durch die Tritte schmerzte ihr ganzer Körper, auf einem Ohr hörte sie einen Pfeifton, ihr Schädel brummte - der Schlag auf ihren Hinterkopf war nicht gerade sanft gewesen, und der Mann, der sie ins Gesicht geprügelt hatte, hatte mehrmals ihr Ohr getroffen.

Sie drehte sich um und sah auf Julia, die zusammengekrümmt auf dem Boden kauerte und leise weinte, völlig verstört und nicht ansprechbar.
Was haben sie mit meinem Kind gemacht! dachte Evelyn haßerfüllt. Dann warf sie noch einen Blick auf ihr Spiegelbild.
Und mit dir! überlegte sie; daß sie mit ihren Absichten nicht bis zu Ende gekommen sind, ist ja nicht ihr Verdienst. Sie hätten ohne jeden Skrupel... sogar Julia... Das arme Kind ist noch keine zehn Jahre alt und noch nicht mal richtig über solche Vorgänge aufgeklärt...
Das vergißt sie nie. Und ich auch nicht.

Evelyn biß die Zähne zusammen, was sich ungewohnt anfühlte: Einer fehlte, wie sie verspätet feststellte. Sie suchte ihn mit der Zunge, spuckte ihn wütend aus und schmeckte noch mehr Blut.

"Darauf steht die Todesstrafe", sagte sie leise.


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Haben Sie Lust auf mehr bekommen?

Ich würde Ihnen gern noch weitere spannende Szenen anbieten, von denen es im Roman reichlich gibt, doch dann hätten Sie nicht mehr viel Spaß daran, das ganze Buch zu lesen.
Nur so viel sei verraten: Auch ein gewisser Galgenhumor kommt als Teil von Evelyns Charakter nicht zu kurz.
Viel Vergnügen beim Lesen!


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Aus Online-Rezensionen bei  amazon.de:

"Dieser Kriminalroman von Regina Károlyi fesselt, obwohl der Leser den Täter kennt - man ist gespannt, was sich Evelyn als Nächstes einfallen läßt. Und auch wenn es sich hier um einen nicht minder brutalen Krimi handelt, gibt es doch eine Fülle origineller, deftiger Bemerkungen und Schilderungen - eine wahre Fundgrube für Freunde des schwarzen Humors! Als spannender Lesestoff auch für interessierte Männer sehr zu empfehlen." (Leserin aus Frankfurt, Deutschland)

"Nach einer Scheidung büßen in den meisten Fällen die Ehefrauen / Kinder mit dem Verlust der materiellen Werte. Dieser Krimi beginnt mit der Umkehrung. Der Ehemann verliert - und will sich dies nicht gefallen lassen. Terror in verschiedenster Form beginnt. Eigentlich Opfer und Täter wie immer. Doch dann dreht Evelyn, die geschiedene Ehefrau und Hauptheldin dieses witzigen Krimis, den Spieß um... und genau daraus bezieht dieses Buch den besonderen Reiz."
(Leserin aus Dresden / Deutschland)

"Nach den ersten Seiten dachte ich 'Wow, starker Tobak', brutal für Rosamunde-Pilcher-Leser, doch allein der Titel 'Ein Mord kommt selten allein' zog mich in den Bann und ich wollte wissen, wie es weitergeht. (...) Wir schließen die Heldin rasch in unser Herz, wünschen ihr nur endlich das wohlverdient Happyend... Ein Buch für alle, die starke Heldinnen mit Chuzpe bevorzugen! Gut durchdachte Story und Charaktere, die man hassen und lieben kann! Super!" (Leserin aus Sommerein, Österreich)


Alle Rezensionen finden Sie hier.

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(Ich wäre nicht traurig darüber ;-))

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Titel: Ein Mord kommt selten allein, Autor: Regina Károlyi
ISBN: 3-8311-1750-0; Preis: Preis: üblicherweise 12,73 Euro


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