Die Kapitel sind aussagekräftig betitelt:
• Über die Beziehungen zwischen Mensch und Natur
• Die Natur – Quelle der Inspiration
• Die Angst vor der Natur
• Die beherrschte Natur
• Die Natur und die Harmonie der Welt
Jeder Abschnitt beginnt mit einem niveauvollen Text, der vor allem die
Historie
des Kapitelthemas betrachtet und somit aufzeigt, wie die Menschheit im
Allgemeinen oder auch Abenteurer und Geistesgrößen sich mit
den genannten
Aspekten der Natur auseinandergesetzt haben und dies auch heute noch
tun. Die
Einbindung der Natur in Mythen und Kultur spielt ebenfalls eine
wichtige Rolle.
Es schließen sich die Naturfotos an, viele von ihnen, wie bereits
angeschnitten, begleitet von passenden Zitaten. Erläuterungen zu
den Fotos
findet man gesammelt auf je einer Doppelseite innerhalb der Kapitel.
Bereits vor dem Inhaltsverzeichnis findet der Betrachter und Leser
einige
spektakuläre Fotos, und die Begeisterung nimmt beim
Weiterblättern nicht ab. Es
ist nicht nur die ausgezeichnete Qualität der Fotos, die dazu
einlädt, beim
Ansehen der Bilder zu verweilen, sondern auch die durchdachte
Präsentation.
Ganz- oder doppelseitige Aufnahmen, die gestochen scharf wirken, sofern
dem die
Körnigkeit nicht entgegensteht, zeigen Ausschnitte aus
beeindruckenden
Landschaften oder einzelne Pflanzen, oft auch Tiere in ihrer
natürlichen
Umgebung. Wo sich ein kleineres Format anbietet, wird dieses eingesetzt
–
freilich nur vereinzelt.
Die Zitate sind so in die Präsentation eingebettet, dass sie diese
auch optisch
bereichern. Inhaltlich tun sie es allemal, von Homer über
Schopenhauer,
Baudelaire, Novalis und viele weitere Größen des 19.
Jahrhunderts bis hin zu
Sartre und anderen Zeitgenossen.
Dass die Angaben und Erläuterungen zu den Fotos nicht unmittelbar
neben oder
unter diesen abgedruckt sind, trägt ebenfalls zum harmonischen
Eindruck bei; so
kann man die Bilder in Ruhe auf sich wirken lassen. Da der Betrachter
selbstverständlich an den Informationen zu den Bildern
interessiert ist, sind
diese in mehreren Übersichten zu finden. Verkleinerte Abbildungen
der Fotos und
präzise Angaben zum Ort der Aufnahme oder zur präsentierten
Art sowie
ergänzende Erläuterungen, etwa der den abgebildeten
Phänomenen wie speziellen
Vulkanismusformen zugrunde liegenden geophysikalischen Vorgänge
oder besonderer
Lebensumstände von außergewöhnlichen Tier- und
Pflanzenspezies, bieten alle
gewünschten Angaben.
Verblüffende Felsformationen, eine Giraffe, die das Trinken mit
fröhlichem
Prusten begleitet, gewaltige Blätterdächer und bunt
blühende Steppen, Vulkane
aller Art, Pinguine in ihrem eisigen Habitat: diese und viele weitere
Motive,
vom Fotografen auf faszinierende Weise in Szene gesetzt und von
informativen
und nachdenklich machenden Texten begleitet, begeistern immer wieder
aufs Neue.
Erfreulich wirkt zudem der sehr günstige Preis von nicht einmal
zwanzig Euro,
zumal auch an der Qualität des Papiers nicht gespart wurde und die
gesamte
Aufmachung hochwertig ist.
Ein beeindruckendes Buch, das jeden Naturfreund in seinen Bann ziehen
wird!
Die Rezension ist bei Media-Mania.de erschienen und Eigentum dieser Online-Plattform; Wiedergabe hier mit freundlicher Genehmigung. Weitere Rezensionen zu den unterschiedlichsten Genres und Themen finden Sie dort! |
In erster Linie handelt es sich beim vorliegenden Werk um ein
Kochbuch
mit
Rezepten für jeden Anlass und Menüpunkt: Suppen, Vorspeisen
und Salate,
Hauptspeisen, Desserts und Gebäck, Essige, Öle und
Würzsaucen, Marmeladen und
Gelees sowie magische Getränke werden als Rezepte vorgestellt.
Wirken die Kategorien auch klassisch, so sieht es mit den Rezepten ganz
anders
aus. Hyazinthenblüten-Salat wird wohl kaum ein potenzieller Leser
je versucht
haben, ebenso wenig Suppe aus Radieschengrün,
Frühlingsblütenbouillon (unter
anderem mit Primel-, Veilchen-, Gänseblümchen- und
Löwenzahnblüten),
Wachtel-Honigkuchen-Kanapees mit Kirschsauce, Borretschpudding,
Grießdessert
mit Engelwurz, Mispelgelee oder Myrtenwein.
Nicht alle Rezeptbezeichnungen klingen so ungewohnt, doch vertraut
anmutende
Gerichte warten mit neuen Facetten auf. Entdeckerfreuden sind also
Programm.
Schon der erste Kontakt mit diesem Buch macht neugierig. Einband und
Innenleben, selbst die Textur des Papiers, sind so glaubwürdig
“auf alt
getrimmt“, dass man versucht ist, den leicht modrigen Geruch eines
antiken
Folianten zu erschnuppern, der dann aber doch fehlt.
Die ersten Seiten unterweisen den Hexenlehrling hinsichtlich der
Eigenschaften
und Handhabung von Heilpflanzen, wobei ausdrücklich auf
geschützte Arten
hingewiesen wird, und des Einsatzes von Wildpflanzen in der Küche.
Auch den
Giftpflanzen ist ein Kapitel gewidmet. Hinweise zum Einkaufen und ein
Glossar
schließen sich an.
Jedem der hundert Rezepte steht eine Doppelseite zu. Eine kleine
Einführung
gibt einen historischen Rückblick, der mit dem Gericht in
Verbindung steht,
oder weist auf erwiesene beziehungsweise traditionell überlieferte
Wirkungen
einer Zutat hin, insbesondere solche, die angehende Hexen kennen
sollten, wenn
sie einen männlichen Gast haben und die Beziehung zu ihm
beeinflussen möchten,
in welche Richtung auch immer – mittels Aphrodisiaka für ihn, sich
selbst oder
beide oder auch mittels “dämpfender“ Kräuter wie Dill und
Wasserminze. Freilich
enthalten diese Tipps immer einen ordentlichen Schuss Humor.
Es folgt das Rezept, gegliedert in Zutatenliste mit Angabe zu
Personenzahl,
Vorbereitungs- und Koch- oder Backzeit sowie das “Abrakadabra“, also
das
Prozedere in Form einer Schritt-für-Schritt-Anleitung, die weder
magische
Kräfte und schwarze Katzen noch viel Küchenerfahrung
voraussetzt.
Die rechte Hälfte der Doppelseite enthält Informationen zum
Gericht oder den
Zutaten in den Rubriken “Kleine Hexenfibel“, “Wissenswertes“,
“Wichtig!“ (hier
geht es meistens um praktische Tipps zum Kochen) und
“Serviervorschläge“. Diese
Informationen werden charmant und unterhaltsam dargeboten.
Illustriert sind die Rezepte und Informationen mit allerlei alten
Stichen,
alten Fotos, Zeichnungen und originellen Collagen. Hier und da findet
sich ein
apartes “Trompe-l’oeil“, etwa aufgedruckte Lesebändchen, die so
plastisch
wirken, dass man der Versuchung nicht widerstehen kann, sie zu
berühren. Nicht
nur das Lesen, sondern auch das Betrachten bereitet Vergnügen.
Die Rezepte, in denen häufig bei uns selten verwendete, aber
wohlschmeckende
Wildkräuter und Blumen mit geschmacklicher und Dekorationsfunktion
anzutreffen
sind, stehen für leckere und zum Teil wirklich anspruchsvolle,
edle Gerichte –
ob die Hexe in spe nun tatsächlich ihren Liebsten ganz für
sich einnehmen oder
anderweitig beeinflussen oder ihm und sich und vielleicht auch der
ganzen
Familie oder Freunden einfach ein wunderbares Menü gönnen
möchte. Gesund und
köstlich sind die Gerichte allemal.
Wer freilich die Zutaten in freier Natur sammeln möchte und wenig
an
Botanikkenntnissen mitbringt, sollte einen entsprechenden
Naturführer besitzen;
Rezensionen hierzu findet man übrigens ebenfalls auf
Media-Mania.de. Die
Zeichnungen im Buch sind letztlich doch eher dekorativ, und statt
Frauenmantel
ist zu einem Rezept Taubnessel abgebildet. Ein wenig makaber mutet es
an, dass
in mindestens zwei Rezepten “Milchpulver aus dem Asia-Laden“ als Zutat
angeboten wird – nach dem Melamin-Skandal in China 2008 verzichten
vielleicht
auch Hexen ganz gern darauf.
Da aber das Buch ansonsten inhaltlich auf derart ausgefallene Weise
informativ,
nützlich und unterhaltsam ist und auch bezüglich seines
Layouts und der
gesamten Aufmachung zu den schönsten Büchern gehört, die
der Rezensentin je
begegnet sind, verdient es die Bestwertung.
Ob sich die vorgestellten Gerichte tatsächlich in der genannten
Weise auf
Liebesleben und Gesundheit auswirken? Die Rezensentin genießt und
schweigt.
Die Rezension ist bei Media-Mania.de erschienen und Eigentum dieser Online-Plattform; Wiedergabe hier mit freundlicher Genehmigung. Weitere Rezensionen zu den unterschiedlichsten Genres und Themen finden Sie dort! |

Viele Atlanten teilen sich den Markt, und die
Ansprüche an einen guten Atlas sind höher geworden: kein
Wunder angesichts der durch Satellitenunterstützung gewonnenen
Daten und Bilder und der vielen Informationen, die dank der digitalen
Vernetzung zur Verfügung stehen. Dieser Herausforderung stellt
sich der Weltatlas aus dem Kunth-Verlag.
Nach einigen doppelseitigen Satellitenbildern beginnt der eigentliche
Atlas. Zunächst geht es darin um die Erde als Ganzes. Auf eine
physische Karte folgen Erläuterungen zu den Mechanismen, die die
Erde gestalten, und zu den Vegetationszonen.
Es schließen sich die Kapitel zu den einzelnen Kontinenten an. Zu
Beginn der Kapitel findet man eine physische und eine politische Karte,
danach Erläuterungen zu den auf dem jeweiligen Kontinent
anzutreffenden Naturlandschaften und ein Spezial über sein
bedeutendstes Gebirge beziehungsweise, im Afrika-Kapitel, über die
Sahara. Im Anschluss bietet der Atlas das Kartenmaterial, geordnet von
Nord nach Süd beziehungsweise West nach Ost. Das Kapitel zur
Antarktis ist zwangsläufig ein wenig anders gestaltet.
Ein Abschnitt befasst sich mit den Ozeanen als Lebensräumen und
aus geologischer Sicht. Auch hierzu werden physische Karten angeboten.
Im letzten Kapitel geht es um die Länder der Erde. Auf ein
Verzeichnis der internationalen Staatennamen folgt ein lexikalischer
Abschnitt, in dem die Länder mit Angaben zu Fläche,
Bevölkerung, Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, Hauptstadt,
Staatsform, Sprache und Währung sowie detaillierter bezüglich
ihres Naturraumes, ihrer Politik und ihrer Wirtschaft vorgestellt
werden.
Eine Anleitung zum Gebrauch und das Register schließen den Atlas
ab.
Schon beim ersten Blick in das Buch faszinieren die
großformatigen Satellitenaufnahmen von beeindruckenden
Erdgegenden, zum Beispiel des rauchenden, verschneiten Ätna oder
mehrerer Gletscher in Alaska. Mehrere Seiten sind der
Zeichenerklärung gewidmet, denn der Atlas will möglichst
viele Informationen vermitteln. Hierzu gehören klassische
Kartenelemente wie Höhen- und Tiefenstufen von Land und Meer,
Gewässerarten, Landschaftsrelief, Grenzen, Verkehrswege und
Kennzeichnungen durch unterschiedliche Schriften, aber auch eine
Fülle von individuellen Piktogrammen mit touristischen
Informationen, etwa Reiserouten, Anerkennung als UNESCO-Weltnatur- oder
–kulturerbe, geologische Sehenswürdigkeiten, Natur- und
Nationalparks, Reservate, unterschiedlichste Kulturdenkmäler und
sonstige historische Stätten und Sehenswürdigkeiten,
Festivals, verschiedene Sport- und Freizeitangebote,
Kurmöglichkeiten und vieles mehr.
Was verwirrend klingt, erweist sich in der Praxis als gut handhabbar,
denn zum einen kann man ein nicht vertrautes Piktogramm rasch
nachschlagen, und zum anderen erklären diese sich
üblicherweise selbst. Auch historische Routen wie die
Seidenstraße sind eingetragen.
Die umfangreichen Informationen zu den verschiedenen Naturräumen
und die “Spezials“, die den Karten zu den Kontinenten jeweils
vorausgehen, wirken zwar inhaltlich dicht, sind jedoch trotzdem von
lesefreundlichem Stil und dazu reich bebildert. Das Kartenmaterial ist
aktuell, farblich ansprechend gestaltet, übersichtlich trotz der
zahlreichen durch die erwähnten Piktogramme repräsentierten
Informationen und von angenehm großem Maßstab: Europa wird
1:2,5 Millionen abgebildet, die anderen Kontinente 1:4,5 Millionen.
Nord- und Mittelamerika werden von Südamerika getrennt behandelt.
Auch die Angaben zu den einzelnen Ländern sind, soweit im Rahmen
einer Rezension nachprüfbar, aktuell (Stand Ende 2008) und
ebenfalls großzügig illustriert.
Fotos wie Karten sind von bester technischer Qualität, und die
Fotos ergänzen die einzelnen Beiträge vorzüglich.
Der Preis für diesen so schönen wie informativen und
nützlichen Atlas wirkt erfreulich moderat, deshalb kann das Werk
auch aus dieser Hinsicht bestens empfohlen werden.
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Es gibt Länder, die völlig aus dem
Fokus
der
Öffentlichkeit verschwunden sind, obwohl in ihnen seit vielen
Jahren
verheerende Zustände, oft auch Bürgerkriege herrschen. Das
Außenministerium warnt vor Reisen in diese Länder, aber es
würde sich
ohnehin kaum jemand für eine Reise dorthin interessieren.
“Die
vergessenen Länder“ nennt der belgische Journalist Marc Helsen
solche
Länder. Die meisten von ihnen liegen in Afrika, doch auch
Südamerika
und Asien haben solche wenig attraktiven Reiseziele zu bieten.
Mithilfe
von “Ärzte ohne Grenzen“, denen er häufig bei der Arbeit
zugeschaut
hat, ist Helsen 2006 durch den Kongo, Uganda, Somalia, den Tschad,
Haiti, Kolumbien, Armenien, Inguschetien, Bangladesch, Pakistan
(Kaschmir) und Afghanistan gereist: oft unter Lebensgefahr und unter
für Europäer unglaublichen Bedingungen.
Gerade die genannten
afrikanischen Länder ertrinken zum Teil in
Flüchtlingsströmen, die sie
in einigen Fällen selbst ausgelöst haben. Im Kongo wird die
Zivilbevölkerung der Provinz Katanga zwischen mordenden,
vergewaltigenden, folternden und plündernden Rebellen und der mit
denselben Methoden “arbeitenden“ Armee aufgerieben. Somalia ist
Tummelplatz etlicher Warlords, die sich hinter Demarkationslinien
ähnlich der früheren deutsch-deutschen Grenze verschanzen.
Die
Flüchtlinge im Tschad kommen aus dem Sudan und gehören
demselben Stamm
an wie die Einheimischen in der Gegend mit den großen
Flüchtlingslagern; ihre Frauen werden von den Ortsansässigen
vergewaltigt, wenn sie Brennholz suchen gehen, weil die Einheimischen
inzwischen selbst im Elend versinken.
Kaum weniger verheerend wirken
die Zustände in Haiti, wo wenige Schwerreiche und eine
überwältigende
Mehrheit von Slumbewohnern leben. Von Kolumbien hat der Leser
vielleicht mehr gehört, wird sich jedoch ebenfalls über
manche
Hintergrundinformation und etliche Einzelschicksale wundern –
beziehungsweise entsetzt sein.
Während der Leser mit Armenien und
Inguschetien wenig vertraut sein dürfte, erscheinen Bangladesch,
Pakistan und Afghanistan häufiger in den Medien. Helsens
Reisebericht
bietet jedoch eine sehr differenzierte Sicht auf diese Länder, die
der
Europäer generell mit einer stark von Vorurteilen getönten
Brille
betrachtet.
Das Afrika, dem Helsen begegnet, zeichnet sich durch
zwei widersprüchliche Eigenschaften aus: unvorstellbares Elend und
Menschen mit entwaffnender Freundlichkeit. Selbst verhungernde
Flüchtlinge lächeln dem fremden Gast aufrichtig entgegen,
während sie
ihre karge Ration an Maniokabfällen zubereiten. In Ländern,
in denen
auf brutalste Weise Kindersoldaten rekrutiert werden, wird in den
Flüchtlingslagern wacker weiter Schulunterricht erteilt, obwohl
Bücher,
Tische und sonstige Ausrüstung zumeist von der Armee gestohlen
wurden.
Das
Entsetzen, dem Helsen begegnet, ist kaum beschreibbar. Beschnittene
Frauen sterben wie die Fliegen bei der Geburt ihrer Kinder, die nicht
selten Vergewaltigungen entstammen. Und Kinder werden erst zu den
Krankenstationen der “Ärzte ohne Grenzen“ gebracht, nachdem
Stammesheiler sie erfolglos mit glühenden Nägeln
malträtiert haben.
Relativ
nüchtern, wie es einem seriös arbeitenden Journalisten
gebührt,
berichtet Helsen von seinen Reisen, doch Anteilnahme schwingt schon
aufgrund seines Interesses an Einzelschicksalen immer durch. Der Autor
schildert freilich nicht nur seine Begegnungen mit einer Vielzahl an
Menschen, die ihm trotz ihrer bitteren Armut und seines Status als
reicher Weißer mit Gastfreundschaft und großer Offenheit
begegnen, und
die alltägliche Arbeit der “Ärzte ohne Grenzen“, sondern auch
abenteuerliche Kleinbusfahrten auf engen Bergstraßen in
Afghanistan,
Erwerbsquellen aller Art, etwa den Mohn- und Hanfanbau in Afghanistan,
wo er sich auch an gefährliche Plätze wagt und dort immer
wieder
Menschen antrifft, die trotz ihrer Lage zwischen allen Fronten,
mittellos und ohne funktionierendes Gesundheitssystem, irgendwie
existieren.
Helsen weiß auf diese Menschen zuzugehen, wobei ihm auch
die Unterstützung durch die überall hoch angesehenen
“Ärzte ohne
Grenzen“-Mitarbeiter entgegenkommt, und ihnen interessante und brisante
Auskünfte über die Politik ihres jeweiligen Landes zu
entlocken, die in
den meisten Fällen ein trostloses Bild liefern, insbesondere in
Afrika
und Haiti. Vor allem zeigt sich, wie falsch Entwicklungshilfe oft
eingesetzt wird, sofern die Gelder nicht ohnehin im Säckel lokaler
Machthaber verschwinden: Gehen die NGOs schließlich aus dem Land,
so
enden die von ihnen installierten teuren Geräte mangels
fachkundiger
Wartung und Ersatzteilen in kürzester Zeit als nutzloser Schrott.
Der
Autor ist auch ein begnadeter Fotograf. Seine Aufnahmen
porträtieren
einfache Menschen in einer Weise, dass ihre Würde trotz ihrer
elenden
Umstände sichtbar wird, wenn sie noch existiert. Und er weiß
die vielen
bizarren Szenen einzufangen, in denen Ruinen, Panzerwracks und
dürftige
Flüchtlingslager inmitten einer eigentlich ganz wunderbaren
Landschaft
von den abscheulichsten menschlichen Machenschaften zeugen. Die
Druckqualität reicht leider nicht an die künstlerische
Qualität heran.
Dieses
Buch ist ein wirklich außergewöhnlicher Reiseführer,
den jeder
politisch Interessierte kennen sollte. Denn die darin vorgestellten
Länder, vor allem aber die dort lebenden Menschen, haben das
Vergessen
nicht verdient.
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