

In diesem
für das Kindergartenalter konzipierten
Buch geht es natürlich um einen Raben, aber auch um seinen
menschlichen Freund,
einen kleinen Jungen namens Ákos. Den Jungen gibt es wirklich.
Die Geschichten
im Buch spiegeln ein Jahr in seinem Leben wider. Der Junge ist mein
Sohn. Eines
Tages kauften wir ein Set Handtücher mit Raben-Applikation, das
auch einen
Waschhandschuh in Form eines Raben enthielt. Und schon war Ákos
ganz begeistert
von Raben. Der Waschhandschuh wurde zum Bettgefährten und erhielt
von Ákos den
Namen "EINS". Ich sollte ihm erklären, warum der Rabe
"EINS" hieß. So entstanden mit der Zeit die Rabengeschichten.
Ákos hatte viel Spaß
daran, machte doch der Rabe
viel Unfug und tat sich mit unserer Welt ziemlich schwer. Ákos
konnte ihm im
Buch vieles erklären und ein paar Unarten abgewöhnen. Das
gefiel ihm – und
prompt gewöhnte er sich selbst manchen "Rabenquatsch" ab.
Wer übrigens den ungarischen
Namen richtig
aussprechen möchte, sagt "Akosch" mit Betonung auf der ersten
Silbe.
Und wenn Ihr Kind die Bilder zu den
Geschichten
ausmalen will – warum eigentlich nicht?
Zuletzt veröffentlichte Regina
Károlyi ein Buch
über das Leben einer Großfamilie in der Mitte des 20.
Jahrhunderts. Sie
verfasst jedoch überwiegend Belletristik. Einige ihrer
Kurzgeschichten wurden
in Anthologien aufgenommen. Regina Károlyi wohnt in
Frankfurt/Main. Mehr über
die Autorin finden Sie unter http://www.regina-karolyi.de
In den letzten Jahren hat sie ihr
künstlerisches
Schaffen in den Computerbereich verlegt; sie erstellt nun 3D-Grafiken
mit den
Programmen "Bryce&Poser", vor allem Fantasy-Bilder, da sie gern
Fantasy-Romane liest und sich von ihnen inspirieren lässt. Sie
kann sich nicht vorstellen,
einmal nicht kreativ tätig zu sein.
Möchten Sie mehr von Gaby Hyllas
Bildern sehen?
Dann besuchen Sie die Homepage der Künstlerin: http://www.gabyhylla3d.de
Das Programm
des BeJot-Verlags können Sie der Homepage http://www.bejot.de
entnehmen.

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Geschichte |
Seite |
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Der Rabe EINS |
5 |
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Der
Weihnachtsbaum |
7 |
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Der Rabe im
Kindergarten |
9 |
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Der kleine Tobi
und der Rabe |
12 |
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Ein Essen mit
dem Raben EINS |
15 |
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Der Rabe spielt
Memory |
17 |
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In der Badewanne |
19 |
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Das Geschenk |
22 |
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Ákos
feiert Geburtstag |
26 |
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Beim
Einkaufsbummel |
30 |
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Ákos ist
krank |
34 |
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Ostern |
37 |
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Ákos
lernt Rad fahren |
41 |
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Ákos
fährt in die Ferien |
45 |
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Weiße
Raben und andere seltsame Sachen |
49 |
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Ein Freund
zuviel |
53 |
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Im Zoo |
57 |
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Sankt Martin
und die Dinos |
61 |
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Nikolaus |
66 |
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Endlich
Weihnachten |
70 |
Im Zoo Als
es jeden Tag ein bisschen kühler wurde und die Sonne immer etwas
früher
unterging, sagte Mama zu Tante Dolly, der Mama von Tobi: Nun
kamen sie zu den Raubkatzen. Die Löwen lagen träge im Gehege
und ließen sich
die Sonne auf den Pelz scheinen. Es
kamen jedoch erst einmal Eulen – die schliefen, weil Eulen nachts
munter werden
-, Flamingos – kennst du diese wunderschönen rosa Vögel mit
den langen Beinen?
-, Geier und Adler. Und natürlich der Vogel Strauß, der so
groß und schwer ist,
dass er nicht fliegen kann. Im Straußengehege gab es ein Nest mit
riesigen
Eiern. Der Rabe EINS äugte zum Nest. Die
Elefanten fand Ákos toll. Sie waren zwar sehr groß, sahen
aber richtig
gemütlich aus. Mit ihren langen Rüsseln hoben sie ihr Futter
auf und steckten
es sich geschickt ins Maul, als wäre der Rüssel eine Gabel. Das
Affenhaus gefiel Ákos besonders gut. Vor allem die Schimpansen,
denn sie
machten so viele Späße. Sie spielten Fangen und Verstecken
wie Menschenkinder
und ärgerten sich gegenseitig. Affenmamas schmusten mit ihren
Babys genauso wie
Menschenmütter mit ihren Kindern. Und wie geschickt sie am Gitter
kletterten!

Hier folgt eine
Leseprobe:
"Jetzt
ist schon Ende September, und wir haben es immer noch nicht geschafft,
mit den
Kindern in den Zoo zu gehen. Bald wird es draußen so eklig sein,
dass ein
Zoobesuch nicht mehr viel Spaß macht. Wollen wir am Sonntag
hingehen?"
Und
so kam es, dass bald darauf Ákos und Mama sowie Tobi, Isabell
und Tante Dolly
den Zoo ansahen. Und weil der Zutritt für Tiere nicht verboten
war, durfte der
Rabe EINS auch mit.
"Ich
will nämlich die Pinguine sehen und den Vogel Strauß und die
Geier und ein paar
Adler und die Flamingos und überhaupt alle meine Verwandten!",
erklärte
er. "Und wer sind eure Verwandten?"
Mama
guckte Tante Dolly an. "Wollen wir's ihm sagen?"
Tante
Dolly lachte. "Das wird er ja dann merken, wenn wir vor dem Käfig
stehen!"
Weißt
du schon, welche Tiere am engsten mit dem Menschen verwandt sind?
"Nächstes
Mal bringen wir ihm eine Zahnbürste mit", sagte Ákos.
"Wo
sind denn die Pinguine?", fragte der Rabe ungeduldig. "Dieses seltsame
Tier mag ich nicht. Das könnte ja zwanzig Raben auf einmal
fressen!"
"Nilpferde
fressen keine Tiere", antwortete Mama.
"Das
soll der König der Tiere sein?", fragte der Rabe. "So langweilig
und
faul kann doch kein König sein!"
Er
flatterte über den hohen Zaun und den Wassergraben.
"Was
machst du da?", rief Ákos ängstlich. "Komm zurück!"
Aber
der Rabe war nicht aufzuhalten. Er setzte sich auf die Schulter des
schlafenden
Löwen und zupfte an dessen gewaltigen Mähne. Und als der
Löwe sich immer noch
nicht bewegte, pickte er ihn frech ins Ohr! Oh, da wurde der Löwe
wütend! Er
sprang auf und schüttelte wild den Kopf. Und wie laut er
brüllte!
Der
Rabe war erst einmal erschrocken weggeflattert, doch nun setzte er sich
auf
einen kleinen Felsen nicht allzu weit vom Löwen entfernt und
zeterte:
"Fang mich doch, du langweiliger, fauler Schlafkönig! Fang mich!"
Der
Löwe guckte ihn böse an und machte einen Schritt auf ihn zu.
Ákos ärgerte sich
über den frechen Raben. Wie gefährlich sah der Löwe aus
und wie zornig!
Und
dann kamen auch noch von hinten und von links zwei Löwinnen
angeschlichen und
schauten hungrig zum Raben hinauf. Sie duckten sich auf zwei Seiten des
Felsens
zum Sprung, und der Rabe entdeckte sie nicht. Er ärgerte ja den
Löwen. Ákos
schrie entsetzt auf. Die Löwinnen sprangen gleichzeitig nach
oben … und
knallten mit den Köpfen zusammen. Denn sie hatten sich gegenseitig
nicht
gesehen, weil der Felsen im Weg gewesen war! Der Rabe kreischte ganz
laut auf
und flog schnell davon. Die Löwinnen machten dumme Gesichter. EINS
aber setzte
sich auf Ákos' Schulter und krächzte kleinlaut: "Ich
glaube, ich ärgere
lieber keine Riesenkatzen mehr. Hoffentlich kommen bald die Pinguine."
"Mannomann",
krächzte er, "so ein Ei macht aber länger satt als ein
Amselei! Ob der
Strauß mal wegguckt, damit ich mir eines holen kann?" Und ehe
Ákos etwas
sagen konnte, war der Rabe schon zum Nest geflogen. Er wollte gerade an
einem
der Eier picken, das ungefähr so groß war wie der Rabe
selbst, da tauchte über
ihm ein großes Vogelgesicht an einem langen Hals auf. Der
Strauß sagte mit
strenger Stimme etwas zum Raben EINS, der daraufhin verlegen zu
Ákos
zurückflatterte.
"Was
wollte der Strauß?", fragte Ákos.
EINS
antwortete verlegen: "Er hat mir erklärt, wenn ich nicht sofort
Land
gewinne, macht er Termitenfutter aus mir."
"Was
ist denn Termitenfutter?", wollte Ákos wissen.
"Keine
Ahnung", antwortete der Rabe, "irgendwas Afrikanisches halt, aber es
hört sich nicht gut an, oder?"
Ákos
nickte. Ihm fiel ein, dass Termiten so ähnlich aussahen wie
Ameisen und auch
nicht viel größer waren. Termitenfutter bestand also wohl
aus ziemlich kleinen
Krümeln. Oh je! Nein, zu Termitenfutter sollte man sich lieber
nicht machen
lassen.
"Das
sind doofe Tiere", sagte der Rabe laut. Er hatte sich auf einen
Zaunpfosten gesetzt. "Die haben ja statt einem Schnabel einen langen
Schwanz im Gesicht!"
Einer
der Elefanten hatte es wohl gehört. Er saugte mit seinem
Rüssel Wasser aus dem
Graben, und tsssschhht! spritzte er
den frechen Raben pitschepatsche-nass!
"Geschieht
dir recht", meinte Mama grimmig, aber dann holte sie doch ein paar
Taschentücher heraus und rieb den Raben EINS einigermaßen
trocken.
"Die
haben ja vier Hände!", rief Tobi.
Ákos
schaute genau hin. Es stimmte. Die Affenfüße sahen
nämlich auch wie Hände aus.
Die Schimpansen konnten mit ihnen richtig greifen. Ákos zog
gleich seine Schuhe
und Strümpfe aus und versuchte, mit den Zehen einen Strumpf
hochzuheben. Aber
wie sehr er sich auch anstrengte – es wollte und wollte nicht klappen.
Tobi
probierte es ebenfalls, doch auch ihm gelang es nicht.
"Manches
können unsere Verwandten eben doch besser als wir", bemerkte Tante
Dolly.
Aha.
Also waren die Schimpansen die Verwandten?
"Ich
dachte, du und Tobi und Isabell seid unsere Verwandten?" fragte
Ákos.
Tante
Dolly lachte. "Ja, wir auch. Aber vor ganz langer Zeit gab es mal ein
Wesen,
das war der Vorfahr von Affen und
Menschen. Einige seiner Nachkommen wurden Affen, andere Menschen."
"Und
wo sind meine Verwandten, die Pinguine?", jammerte der Rabe. Aber da
kamen
sie schon zum Pinguinbecken. Man konnte eine Treppe hinuntergehen und
durch
eine Glas-scheibe die Pinguine schwimmen und tauchen sehen. War das
toll! Die
Pinguine sprangen vom Eis ins Wasser, tauchten unter, schwammen unter
der
Wasseroberfläche durch das Becken und hüpften auf der anderen
Seite wieder auf
das Eis. Es sah sehr lustig aus.
Ákos
sah mit so strahlenden Augen zu, dass der Rabe eifersüchtig wurde.
Als Ákos
wieder nach oben gegangen war und von dort in das Pinguinbecken
schaute,
kreischte der Rabe EINS: "Pinguine sind keine richtigen Vögel! Die
können
nicht fliegen!"
Einer
der Pinguine, der gerade auf das Eis gehopst war, rief zurück:
"Was,
willst du etwa ein Vogel sein? Du kannst ja noch nicht mal schwimmen!"
"Kein
Vogel muss schwimmen können!", zeterte der Rabe.
"Fliegen
ist Blödsinn, dafür gibt's Flugzeuge!", antwortete der
Pinguin.
Sie
stritten noch, als Mama und Tante Dolly die Kinder zu Kuchen und Kakao
einluden. Als der Rabe schließlich an den Tisch kam, war kein
einziger Krümel
mehr übrig. Aber der Rabe hatte sowieso keinen Hunger. Traurig
fragte er Ákos:
"Sag mal, bin ich kein richtiger Vogel, bloß, weil ich nicht
schwimmen
kann?"
"Ach,
ich kann doch auch nicht schwimmen", lachte Ákos. "Hauptsache,
du
bist so, wie du bist – nämlich mein lieber Freund EINS!"
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Gaby Hyllas ausdrucksstarke Bilder sind im
Original großformatig und selbstverständlich nicht pixelig
wie dieses zur obigen Geschichte gehörende. (Ich muss hier natürlich auf die Ladezeit Rücksicht nehmen, weil nicht alle meine Besucher DSL haben!) Zu jeder Geschichte gibt es ein Bild. |
