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Der Samowar

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Auf dieser Seite und ihren Unterseiten möchte ich eines meiner Steckenpferde vorstellen, den russischen Samowar. Eine Fachfrau bin ich allerdings nicht, sondern ich musste meine Informationen Büchern und dem Internet entnehmen und kann daher nur die Fakten wiedergeben, die ich persönlich für die plausibelsten halte.
Wenn Besitzer verkäuflicher Samoware mich bitten, hier Infos zum Verkauf ihrer Samoware einzustellen, so tue ich dies ohne jegliches Interesse finanzieller oder anderer Art - dies ist eine nichtkommerzielle Homepage.
Eine Anmerkung zu den Bildern auf meinen Samowarseiten: Für alle Fotos, die nicht mein Eigentum sind, liegt mir die Erlaubnis der Urheber vor, sie hier zu veröffentlichen.

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Samowar aus der ZarenzeitAbb.1: Samowar aus der Zarenzeit, vermutlich 1898. Er wurde in Tula angefertigt und mit Holzkohle betrieben. Back to English text

Was ist ein Samowar, und wie funktioniert er?

Ein Samowar ist im Grunde nichts anderes als ein Gerät zum Kochen und Warmhalten von Tee. Ursprünglich wurden Samoware mit Brennmaterialien wie Kohle, Holzkohle, Fichtenzapfen, Holz und Petroleum betrieben (das ist z.T. auch heute noch der Fall, wenn beispielsweise in der Datscha oder auf der Terrasse kein Strom zur Verfügung steht). "Antike" Samoware wie der links abgebildete haben unten eine belüftete Kammer für den Brennstoff, von der ein Rohr mit abnehmbarer Verlängerung nach oben führt, über das die heißen Brandgase abgeleitet werden. Um das Rohr herum befindet sich ein Wasserkessel mit Ablasshahn, in dem Wasser erhitzt und kurz unter dem Siedepunkt gehalten werden kann.
Zuerst wird mit dem praktisch kochenden Wasser in einer kleinen, vorgewärmten Kanne ein Teekonzentrat aus 8 Teelöffel schwarzem Tee (am besten eine samowartaugliche Mischung, wie sie in guten Teegeschäften erhältlich ist - der Gerbsäureanteil sollte nicht zu hoch sein) auf 1/2 Liter Wasser hergestellt. Man lässt es 2-5 Minuten ziehen (wie "normalen" Tee je nach beabsichtigter Wirkung, anregend oder beruhigend) und seiht ab. Inzwischen wird die Verlängerung des Samowar-Abzugsrohrs abgenommen und durch den "Komfort" ersetzt, einen rosetten- oder kronenförmigen Aufsatz, auf den man anschließend die Teekanne mit dem Konzentrat stellt. Der weiterhin entstehende Rauch hält das Konzentrat warm. Wer Tee trinken möchte, füllt aus der Kanne etwas Konzentrat in seine Tasse oder sein Glas und verdünnt nach Belieben mit heißem Wasser (ungefähr zwei-drei Teile Wasser auf ein Teil Konzentrat).
Beim modernen elektrischen Samowar aus Russland gibt es keine Brennkammer und kein Abzugsrohr. Im Kessel befindet sich eine Heizspirale (wie ein Tauchsieder), die durch Strom beheizt wird. (In modernen deutschen und türkischen Samowaren findet man das Heizelement unterhalb des Kesselbodens.) Auf dem abnehmbaren Deckel ist der "Komfort" angebracht, unter dem zwei Löcher den Wasserdampf durchlassen, der die Teekanne wärmt.
Das Innenleben eines Samowars und weitere Details können Sie hier zusammen mit Informationen über die Bestandteile von Samowaren sowie Informationen über die Samowarherstellung ansehen (Seite öffnet sich in einem eigenen Fenster).
Und
hier können Sie sich anhand einiger Fotos davon überzeugen, dass ein intakter, rund hundert Jahre alter Samowar nicht nur eine schöne Antiquität ist, sondern durchaus auch in Betrieb genommen werden kann (Seite öffnet sich in einem eigenen Fenster).

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Samowar aus dem 19. Jh.
Abb.2: Prächtiger Samowar aus dem 19. Jahrhundert Back to English text

Die Geschichte des Samowars und des Teetrinkens in Russland

Im Jahr 1638 sandte Zar Michail Fjodorowitsch dem Mongolenkhan Altyn wertvolle Zobelfelle und erhielt als Gegengabe 4 Pud (ca. 65 kg) Tee. Am Zarenhof wusste man mit dieser Ware nichts anzufangen und empfand die Sendung als Beleidigung. Der Khan schickte einen seiner Köche zum Zaren und sorgte so dafür, dass man am Hof die Teezubereitung erlernte.
Der Tee gewann rasch an Beliebtheit, doch er war lange Zeit nur für den Adel und reiche Bürger erschwinglich. Dies lag unter anderem an dem beschwerlichen Weg, den die Kamelkarawanen von China aus über Gebirge und durch Wüsten zurücklegen mussten, um nach Moskau zu gelangen. Der "Karawanentee" mit seinem rauchigen Geschmack weckt heute noch Bilder jener Tage.
Ein allgemein übliches Heißgetränk war der Sbiten, heißes Wasser, das mit Honig und Pfefferkuchengewürzen gemischt wurde. Zum Warmhalten des Getränks benutzten die Straßenverkäufer ein Gerät namens "Sbitennik", einen Kessel mit einem eingebauten Rohr für glühende Kohle- oder Holzstückchen. Zar Peter I. hatte einigen Uralstädten das Privileg erteilt, das dort vorkommende Eisenerz zu fördern und zu verarbeiten. Daher stammten die Sbitenniks aus dem Ural.
Eine der privilegierten Städte hieß Suksun und lag an der Route der von China nach Moskau ziehenden Handelskarawanen. Dort wurde natürlich auch Tee getrunken, und die Kaufleute und Gastwirte aus Suksun regten die Metallarbeiter der örtlichen Manufaktur an, ein Gerät zum Warmhalten von Tee zu konstruieren. Diese bauten den Sbitennik um, wobei sich vor allem die Größe änderte, der Auslaufhahn hinzukam und die "Heizung" verbessert wurde. Der Samowar, russisch "Selbstkocher", war geboren.

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Weiterer Samowar aus der Zarenzeit
Abb.3: Ein weiterer Samowar aus der Zarenzeit. Gut zu erkennen sind das Verlängerungsrohr über dem "Komfort" und rechts die Stempel, die belegen, dass der Samowar in einer vom Zaren dazu ermächtigten Manufaktur gefertigt wurde und diese einige Preise gewann. Back to English text

Zur Stadt der Samoware wurde jedoch Tula, ca. 200 km südlich von Moskau gelegen. Dort gab es reiche Erzlager und ein florierendes Waffenhandwerk mit geschickten Metallarbeitern - beste Voraussetzungen, um die ständig steigende Nachfrage nach Samowaren zu decken.
Um 1850 wurden in Tula jährlich 120.000 Samoware gefertigt, zu Beginn des 20. Jahrhunderts bereits 630.000, davon allein 110.000 in der wohl bekanntesten Fabrik der Stadt, Bataschew (einen Stempel dieser Firma finden Sie auf der Seite mit dem Samowar-"Innenleben", Abbildung d). Bataschew führte den Titel "Kaiserlicher Hoflieferant".
So erklärt sich auch die bekannte russische Redensart: "Wer reist schon mit einem Samowar nach Tula?", die unserem Begriff "Eulen nach Athen tragen" entspricht. Die Stempel von Bataschew und einigen anderen Samowar-Manufakturen, überwiegend aus Tula, können Sie hier ansehen und ggf. mit Stempeln eines Sie interessierenden Samowars vergleichen (Seite öffnet sich in einem eigenen Fenster).

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Samowartypen
Samoware werden aus vielen verschiedenen Materialien, vor allem verchromtem Stahl, Kupfer und Messing (früher gern Silber und Gold bzw. versilberte oder vergoldete billigere Metalle, gelegentlich auch Bronze/Tombak), und in den verschiedensten Formen hergestellt. Sie waren und sind nun einmal Gebrauchskunst.
Russischer Kugelsamowar Abb.4: Kugelsamowar aus Russland (elektrisch)

Kugelförmige Samoware findet man in neuerer Zeit weniger häufig, doch ungeläufig sind sie nicht.
Zylindrischer Samowar, Zarenzeit Abb.5: Zylinderförmiger Samowar, hier am Beispiel des Samowars von Abb.1

Sehr oft werden Samoware in einer schlichten Zylinderform angefertigt. Dieses Modell ließ sich am einfachsten herstellen und erfüllte gewissermaßen die Funktion des "Volkssamowars".
Vasen- oder pokalförmiger Samowar Abb.6: Samowar in Vasen- oder Pokalform (hier ein neueres Modell, Holzkohlebetrieb)
Samoware waren immer auch Prestigeobjekte, und vor allem in der vorrevolutionären Zeit gab es regelrechte Prunksamoware. Daher erfreute sich die Vasen- oder Pokalform, oft mit aufwendigen Verzierungen, großer Beliebtheit. Auch heute werden noch viele Samoware, insbesondere silberfarbene, in dieser Art hergestellt.
Samowar in Eiform Abb.7: Samowar in Ei-Form
Früher ebenfalls weit verbreitet: Samoware mit eiförmigem Korpus. Bei diesem prächtigen alten Samowar gut zu erkennen: der Griff, mit dessen Hilfe das heiße Verlängerungsrohr abgenommen und durch den "Komfort" ersetzt werden konnte, wenn das Sudkännchen aufgesetzt werden sollte.
versilberter Samowar Abb.8: Samowar in Fontänen-Form
Sehr prächtig sehen auch Samoware in Form einer Fontäne oder eines Brunnens aus, die im 19. Jahrhundert "en vogue" waren. Dieses Exemplar besteht aus versilbertem Kupfer.
Teile-Brine

Abb.9: Samowar in Form einer Birne/eines Tropfens
Zu den üblichen, wenn auch eher seltenen Designs zählt die Birnen- oder Tropfenform, hier repräsentiert durch einen Samowar der Firma Teile (auch Teyle oder Tejlje).
Birnenfoermiger Samowar Malikow Abb.10: Weiterer Samowar in Form einer Birne/ eines Tropfens
Es gab auch ganz schlichte birnen-/tropfenförmige Samoware, wie dieses elegante Exemplar der Firma Malikow. Die Birnenform, in welcher Ausführung auch immer, war eher selten anzutreffen (siehe Abb.9).
Samowar Scheleschnew
Abb.10a: Birnenähnliche Mischform
Selbstverständlich gehen die Formen manchmal ineinander über wie bei diesem Samowar von Petr  Scheleschnew, der unten birnenförmig, oben zylindrisch gestaltet ist.



Samowar Hahn Samowar mit Kanne
Kanne mit Tierdarstellungen

Abb.11-13: Samoware in Tiergestalt
Tiermotive sind ebenfalls recht beliebt bei Samowar-Designern. Der Hahn (Abb.11) ist unter ihnen wohl das geläufigste. Aber auch Fantasiegestalten wie bei der Kanne auf Abb. 12 und 13 kommen gelegentlich vor.

Faesschen - Barrel Abb.14: Samoware in Form eines Fasses
Bei antiken Samowaren findet man hier und da auch die Fässchen-Form, die sicher schon im 19. Jahrhundert als besonders originell galt. Dieses Exemplar ist allerdings aus neuerer Zeit und mit seinem Volumen von 0,6 L wohl eher als Dekorationsstück/Souvenir gedacht.
Reisesamowar Balaschew Abb.15: Reise- oder Picknick-Samowar
Im alten Russland spielte der Tee eine so wichtige Rolle, dass man auch auf Reisen nicht auf ihn verzichten mochte. Dafür gab es spezielle Reise-Samoware auf drei oder vier ausladenden Beinen, die man auch für Picknicks im Grünen verwenden konnte. Arme Familien verkauften oft an den Straßen Tee aus solchen Samowaren an reiche Ausflügler.
Dieser Exemplar, wohl 1. Hälfte des 19. Jh., stammt von den Gebrüdern Balaschew (nicht zu verwechseln mit Bataschew!).
Porzellansamowar Abb.16: Porzellan-Samowar aus Russland
Vereinzelt finden sich auch Samoware aus eher ungewöhnlichen Materialien wie zum Beispiel Porzellan, so bei diesem extravaganten Stück mit typischem Folklore-Motiv und Vergoldung. Die meisten sind freilich als Souvenire bzw. Dekorationsstücke gedacht.
Kupfersamowar, türkischer Stil Abb.17: Türkischer Samowar
Im Nahen Osten gibt es zwei große Nationen von Teeliebhabern und Samowarbenutzern, die Türkei und den Iran, die hier natürlich nicht unter den Tisch gekehrt werden dürfen.
Türkische Samoware, wie dieses schöne Exemplar aus Kupfer, haben häufig eine etwas gedrungenere, flachere Form und sind mit feinen Gravuren verziert.
Samowar aus dem alten Persien Abb.18: Persischer Samowar (ca. 1880)
Typische persische bzw. iranische Samoware sind häufig höher und schlanker als ihre türkischen "Kollegen" und mit filigranen Mustern oder Motiven verziert. Persische/iranische Hersteller verwendeten früher gern kostbare Metalle wie Gold, Silber und Kupfer. Dieses antike Exemplar ist aus Bronze. Moderne persische/ iranische Samoware werden bevorzugt aus hochwertigem Messing gefertigt.
Beim abgebildeten Samowar bestechen auch die im selben feinen Muster gearbeiteten Zubehörteile: die Sudkanne, die Tropfschale und das Tablett.
moderner iranischer Samowar Abb.19: Moderner iranischer Samowar (elektrisch) mit komplettem Zubehör
Wie beim antiken Vorgänger fällt beim modernen persisch-iranischen Samowar die feine Ziselierung auf. Der Samowar ist dünn vergoldet.
Norddeutscher oder holländischer Samowar, ca. 1830 Abb.20: Samowar aus Norddeutschland oder Holland, ca. 1830/Vasenform
Unabhängig von Westasien und Russland wurden Geräte mit der Funktion von Samowaren auch im norddeutsch-holländischen Raum erfunden. Dort kombinierte man gern die Metalle Kupfer und Silber.
Der Samowar repräsentiert die auch in Russland übliche Vasenform.
Chinesischer Samowar, ca. 1850 Abb.21: Samowar aus China, um 1850 (Angabe des Besitzers)
Dass auch in China Samoware hergestellt wurden, war mir bis vor kurzem neu. Dieses Exemplar aus Messing ist reichlich mit "Steinen" aus Keramik und Darstellungen von Figuren aus der buddhistischen Mythologie verziert.

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Tea-Time in Russland


In Russland ist der Samowar ein Ort der Zusammenkunft, der Gemütlichkeit und der Wärme (welcher Komfort während des russischen Winters!). Den Tee trinkt man vorzugsweise, indem man ein Stück Zucker oder etwas Marmelade in den Mund nimmt und dann den Tee genüsslich daran vorbeirinnen lässt. Außerdem reicht man gern süßes Gebäck oder, je nach Tageszeit, durchaus auch Fischspeisen zum Tee. Einige Rezepte für russischen Tee und russisches Teegebäck finden Sie hier (Seite öffnet sich in einem eigenen Fenster).

schöner russischer SamowarAbb.22: Prächtiger russischer Samowar Back to English text

Wie ich Samoware kennen und lieben lernte


Zu Beginn der Perestroika reiste ich zum ersten Mal nach Russland, und dort habe ich mich in die allgegenwärtigen Samoware verliebt. Im Hotel gab es in jedem Stockwerk eine "Etagenfrau", auf deren Tisch ein riesiger Samowar summte. Wer Lust auf Tee hatte, erhielt von ihr eine Tasse mit Teekonzentrat und füllte sie mit heißem Wasser aus dem Kessel auf. Dass ich immer noch glaube, nie mehr besseren Tee getrunken zu haben, liegt vielleicht auch an der heimeligen Stimmung und der mütterlichen Art der Etagenfrauen.- Im Schlafwagenabteil des Nachtzugs Kiew-Moskau wurde ich morgens um sechs von einem Eisenbahn-Angestellten geweckt, der einen Wagen mit einem großen Holzkohle-Samowar durch den Gang schob und den Fahrgästen erquickenden Tee anbot. Und auch in allen Privathaushalten, die ich kennen lernte, verbreitete ein liebevoll auf Hochglanz polierter Samowar eine ganz besondere Art von Gemütlichkeit. Seither liebe ich Samoware!
Leider habe ich weder die finanziellen Mittel noch den Platz, um mir alle Samoware zu kaufen, die mir gefallen. Daher habe ich als "Ersatz" eine Art
Samowar-Fotogalerie
eingerichtet - schauen Sie doch mal vorbei! (Die Seite lädt eventuell etwas langsam wegen der vielen Bilder. Sie öffnet sich in einem eigenen Fenster.) Die Galerie hat drei Abteilungen: Klassische modernere russische Samoware, antike Samoware "aus aller Welt" und russische Samoware mit Folklore-Motiven/typische neuere türkische und iranische Samoware. Wenn Sie einen Samowar haben, der meine Galerie ergänzen würde, wäre ich für ein Foto dankbar.

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alter russischer SamowarAbb.23: Alter russischer Samowar aus Tula, vermutlich noch Zarenzeit Back to English text

Einen Samowar kaufen

Auf Flohmärkten und bei eBay sind neuere (< 30-40 Jahre) und gelegentlich auch "antike" Samoware oft recht günstig erhältlich. Diese Anbieter können allerdings meistens recht wenige oder überhaupt keine verlässlichen Angaben zum Ursprung und Alter der guten Stücke machen. Mit Grundkenntnissen der kyrillischen Schrift lässt sich manchmal trotzdem einiges dazu herausfinden.
Wenn Sie solch einen Samowar benutzen möchten, achten Sie darauf, dass sich an keiner Stelle, die mit Wasser in Berührung kommt, Grünspan befindet. Dieses Mineral sieht an kupfernen Kirchturmkuppeln zwar sehr hübsch aus, ist jedoch giftig (und nach meiner Erfahrung bei gebrauchten russischen silberfarbenen Samowaren aus den 70er und 80er Jahren leider beinahe "standardmäßig" vorhanden).
"Lebensmittelechte" und energiesparende neue Samoware, oft aus deutscher Produktion, findet man in Tee-Fachgeschäften (z.T. allerdings zu horrenden Preisen) oder durchaus auch als Schnäppchen im Internethandel. Einfach mal bei Google das Stichwort "Samowar" eingeben!
Alte Samoware mit Herkunftsnachweis kann man in Antiquitätenläden und bei manchen spezialisierten Internetanbietern bekommen (letztere sind jedoch oft im Ausland ansässig und verlangen entsprechend hohe Versandpauschalen). Solche Samoware sind meistens bereits fachmännisch aufgearbeitet bzw. restauriert - ein großer Vorteil gegenüber Flohmarktware.

Und hier habe ich gerade angefangen, originelle Annoncen von Samowar-Verkäufern zu sammeln (falls Sie nach all den trockenen Informationen mal schmunzeln möchten).

Antikshop
Abb.24: Auswahl in einem Antiquitätenladen ... Back to English text
In Antiquitäten-Geschäften insbesondere in Osteuropa kann man mit Glück
seinen Traum-Samowar finden. Und wenn es ein kleiner Liebhaber-Laden
ist, könnte der Traum durchaus bezahlbar  und damit zu verwirklichen sein.
Wie viele andere auch bietet der Verkäufer des abgebildeten Sortiments
seine Ware zudem im Internet an.

Hier habe ich noch ein kleines Sammelsurium von Kuriositäten rund um den
Samowar eingerichtet (Seite öffnet sich in einem eigenen Fenster).




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Samowar- und Tee-Links

Wie für alle meine Seiten gilt auch für die hier angebrachten Links, dass ich auf die Inhalte der verlinkten Seiten keinerlei Einfluss habe und daher auch keinerlei Verantwortung dafür übernehmen kann.

As I cannot influence the contents of any of the following links, I am not in any way responsible for them.

Informationsseite über russische Teekultur mit Link zu einer Samowar-Seite
Virtuelles Samowar-Museum: ein Muss! (Russisch-English - must see!)
Zur Geschichte des Samowars mit Tipps zur Auswahl von Samowar-geeigneten Teesorten
Geschichte der Teekultur und des Samowars in Russland (englisch) 
Noch eine (russische) Seite über Samowar-Geschichte (englisch)
Und noch eine vorzügliche Seite über Samowar-Geschichte (englisch)
Über Samoware allgemein mit Links zu seriösen Anbietern u.a.
Interessante private Seite über Samoware, auch mit Reparaturtipps und Anleitungen zum Gebrauch
Samowar-Museum und Geschichte der Stadt Tula (russisch/englisch)
Russische Seite in englischer Sprache über Samoware
Seite über Samoware und Tee allgemein
Foto: Iranisches Samowar-Geschäft (photograph of an Iranian samovar store)
Teezubereitung im Samowar in Kaschmir (englisch/in Kaschmir gibt's auch Samoware ...)
Und hier kann man nachlesen, dass der Samowar eigentlich aus Aserbaidschan stammt (englisch)
Eine weitere Variante des Themas, wann und wie der Tee nach Russland kam, als Teil einer interessanten Seite über Tee (englisch)
... und noch eine Variante mit etwas Historie ... (englisch)
Geschichte des Samowars auf Französisch (wer's versteht ... lesenswert!)
Skurril: Tschechische Seite mit einem jiddischen Lied - "Der Samowar" - mit Sound.
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Befreundete, ausgewählte Seiten rund um Tee, Samoware und/oder Antiquitäten:
www.Antike-Taschenuhr.de    
eBay-Store mit Antiquitäten, Raritäten und oft auch Samowaren 

Übrigens ...

- Warum heißt "Tee" in Russland "tschai" und besitzt in West- und Mittelasien ähnliche Namen, während er in West- und Südeuropa "Tee", "tea", "thé" etc. heißt, also mit einem klaren "t" und nicht mit "Tsch" beginnt? - Russland, die Türkei und Persien erhielten ihren Tee über den Landweg von Peking her, wo die Bezeichnung für "Tee" "chai" lautet. In den Westen kam der Tee jedoch über den Seeweg aus Südchina, und im dortigen Dialekt nannte man den Tee "tay" oder "te".
- Auch heute noch nennt man in Russland das Trinkgeld "na tschai", "für den Tee". Früher legte der Arbeitgeber auf den Wochenlohn noch ein wenig Geld drauf, damit der Arbeiter sich mit Tee versorgen konnte.

Bücher zum Thema

Reine Fachliteratur über Samoware gibt es vermutlich nicht, jedenfalls nicht auf Deutsch. Ein wunderbares, zugleich informatives und unterhaltsames Buch zum Thema möchte ich Ihnen aber nicht vorenthalten. Außerdem kann ich Ihnen noch ein weiteres Buch empfehlen, in dem es um die russische Küche in der russischen Literatur geht - ebenfalls eine ganz außergewöhnliche Lektüre!
Beim Anklicken des Cover-Fotos gelangen Sie auf die jeweilige Artikel-Seite bei Amazon.de, natürlich ohne jegliche Kaufverpflichtung.

Der Samowar
Der Samowar
(Dagmar Schäfer)
Die Poesie der russischen Küche
(Tatjana Kuschtewskaja:
Die Poesie der russ. Küche)


Eventuell werden Sie über eine entsprechende Suche auch hier fündig:

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The Samovar

On this page and its "sub-pages" I'd like to present to you a device I like a lot, the Russian samovar. However, I'm not an expert, but had to browse books and the internet to obtain information. So I can only pass on the facts I personally agree with no matter if they are the one and only truth.
As to the pictures you find on my samovar pages, I have got permission by all photographers to publish them here, as far as they're not my own. If owners of samovars, which are for sale, ask me to publish selling information, I do that without any financial or other interest - this is a non-commercial website.
On this main page, photographs are only next to the German text (to keep the upload time short). If you like to see them, I offer links to "jump" there and back without scrolling.

Picture 1: Samovar from the tsar era, probably 1898. It was manufactured in Tula and ran with charcoal.

What is a samovar, and how does it work?

A samovar is basically a device to cook tea and keep it warm. Originally, samovars were kept going with fuels like coal, charcoal, pine cones, wood and paraffin (some still apply those fuels if, for example at a datcha or on the terrace, there's no electricity available). "Antique" samovars like the one on picture 1 (use the "Picture 1" link above the "What is a samovar" headline to get there) have a fuel chamber with air supply at their bottom from which a tube with a replaceable extension leads the hot exhaust fumes up. The tube is situated at the centre/center of a kettle (with a spigot to supply the tea drinkers with hot water), in which water can be heated and kept just below boiling temperature.
First, a tea concentrate is prepared by adding some of the hot water from the kettle to tea leaves in a warm teapot (8 teaspoons black tea of a special samovar blend with moderate tannic acid proportion if available, for one pint of water). Let draw for 2-5 minutes (like "normal" tea, depending on whether you want stimulating or soothing tea) and sieve it. Meanwhile the tube extension is replaced by the "komfort", a rosette-shaped extension to hold the teapot which then is warmed by the exhaust fumes too. If you or any of your guests want to have a cup of tea, pour some of the concentrate from the teapot into a tea glass or cup and dilute with hot water from the samovar according to taste; usually it's 2-3 times the volume of the concentrate.
Modern electrical samovars don't have fuel chambers and tubes for fumes. The kettle contains a heating coil which is run by electricity. The "komfort" rosette is fixed to the replaceable lid of the samovar; two holes at the centre/center of the komfort allow the steam to pass through and heat the teapot and concentrate.
Here you can see the interior of a samovar and further details along with some information about the different parts of samovars and the art of samovar-making in general. (This page opens in a separate window.)
Here you will be convinced by a series of photos that an intact 100-year-old samovar is not only a wonderful antique, but can be put into operation as well. (This page opens in a separate window.)

Picture 2: Impressive samovar from the 19th century

History of the samovar and of the Russian tea drinking tradition

In the year 1638, tsar Michael Fyodorovitch sent valuable sable furs to the Mongolian khan Altyn and got 4 pud (about 33 pounds) of tea in return. At the tsar's court, nobody knew what to do with those weird leaves, and the tsar felt somewhat offended. The khan sent one of his cooks to the tsar and so enabled the Russians to learn how to prepare tea.
Tea was soon getting rather fashionable, but during a long period only the nobility and rich citizens could afford to buy it. One of the reasons for the high price was the long, hard and exhausting route camel caravans had to cope with transporting tea from China through mountains and deserts to Moscow. The "Caravan Blend" with its smoky taste still makes us dream of those times.
"Sbiten" was a well-liked hot drink in those times, hot water mixed with honey and gingerbread spices. The sbiten street sellers used a device called "sbitennik" to keep the sbiten warm, a kettle with an integrated tube for hot coal or wood pieces. Tsar Peter I. had given the privilege to mine ores and process them to some Ural towns. That's why the sbitenniks are originally from the Ural region.
One of those privileged towns, Suksun, was situated on the (tea) trading route from China to Moscow. Of course tea was consumed there and Suksun traders and inn keepers encouraged the workers from the local factory to construct a device to keep tea warm. The workers and engineers made structural alterations to the sbitennik changing the size, adding a spigot and optimizing the heating system. The samovar (in Russian: "Self Boiler") was born.

Picture 3: Another samovar from the tsar era. See the extension tube above the "komfort" and, on the right side, the hallmarks indicating that the samovar was manufactured in a factory which had the permission of the tsar to do so. Some of these hallmarks usually represent awards the factory won.

But it  was Tula, little more than 100 miles south of Moscow, which became the "city of samovars". Tula had rich ore layers and a flourishing weapon business with excellent metalworkers - optimal conditions to satisfy the ever increasing demand for samovars.
Around 1850, about 120,000 samovars per year were manufactured in Tula; at the beginning of the 20th century it was already 630,000, of which 110,000 were made by the probably best-known factory of the city, Batashew (see one of their hallmarks on picture d at the page with the samovar interior).
This explains the Russian saying: "Who would travel to Tula with a samovar?" Meaning: "It's like carrying coal to Newcastle."
You can see hallmarks/stamps of Batashev's and other samovar factories, mostly from Tula, here and maybe this might be helpful if  you want to find out about the "identity" of a hallmarked samovar (page opens in a separate window).

Types of samovars
Samovars are made of many different materials, especially chrome-plated steel, copper and brass (in earlier times also silver and gold or silver and gold plated cheaper metals) and in varying shapes.

Pictures 4-11: Different types of samovars
#4: Globe-shaped samovar, still frequently found
#5: Cylinder-shaped samovar (the same as displayed on #1)
#6: Vase- or cup-shaped samovar, samovars having also always been objects of prestige and representative, too, they were often richly decorated
#7: Egg-shaped samovar. View the handle on the extension - this tube got very hot and the handle was used to remove it when the extension was replaced by the "komfort" and teapot.
#8:
In 19th century Russia, samovars with the shape of a fountain were quite fashionable. The samovar on the picture is made of silber-plated copper.
#9: Pear-shape was used less often, but it is one of the classical styles. Here it is represented by a samovar by Teyle.
#10: This samovar by Malikov is also pear-shaped, elegant but without surplus decoration.
#10a: Sometimes shapes were less clearly defined or mixed. This samovar by Petr Sheleshnev has got pear shape elements and an upper cylindrical part.
#11-13: Animal shapes are quite frequent, too, especially the cock. Fantasy and real animal shapes are often found on samovar teapots as well.
#14: Barrel-shaped samovar. Barrel-shape was not that rare in the 19th century and was probably considered quite original then as well as today. The samovar on the photo is a comparatively recent one. With its volume of little more than one pint it is probably rather meant to be a decorative item than a samovar for daily use.
#15: Travel or picnic samovar. As people from old Russia didn't want to miss their tea while travelling, they had special travel samovars with three or four sturdy legs, which could also be used for picnics. Poor families used this kind of samovar to sell tea on the streets outside town to the rich taking their excursions there. This samovar was made by Balashev Bros. (don't confuse them with the more famous Batashevs!), probably during the 1rst half of the 19th century.
#16: Samovar made of china. This is rather a rare material to make samovars of.
#17: Turkish samovar. Persians (Iranians) and the Turkish are also great tea consuming nations and have developed their own samovars, Turkish ones usually being somewhat flatter than Russians ones and often made of copper or copper-plated metals with lovely engravings.
#18: Persian silver samovar, around 1880. Persian/Iranian samovars tend to be higher and slimmer than Turkish ones. They are richly decorated with fine patterns and made of valuable metals, formerly gold, silver and copper, nowadays shining high-quality brass. The samovar on the picture is made of bronze. Dripping bowl, teapot and tray complete the set.
#19: Recent, electrical Iranian samovar. Like its ancestor it displays rich, fine chase ornaments. It is thinly gold-plated. This type of decoration/style is rather typical.
#20: North German or Dutch samovar from around 1830. Independent from Russia and West Asia, this region developed its own samovar-like device for keeping water hot which was then used to dilute tea concentrate. It represents the vase shape which was a favourite in Russia, too.
#21: Chinese samovar from around 1850. I've learned only recently that samovars were produced in China too. This one is made of brass with inlaid colo(u)rful ceramic pieces and decorated with characters from the Buddhist world.

Tea-time in Russia

In Russia, the samovar is a place of gathering, comfort and warmth (think of the cold winters in that country!). The tea is peferredly consumed by taking a piece of sugar or a little jam into one's mouth and then sipping some tea. Moreover, Russians offer sweet cakes or, depending on the time of the day, also fish dishes with their tea. Find some recipes for Russian tea and tea bakery here (page opens in a separate window).

Picture 22: lovely Russian samovar

How I came to know and love samovars


At the beginning of Perestroika, I travelled to Russia for the first time, and there I fell in love with the ever-present samovars. At the hotel, there was a "storey woman" at every floor with a huge samovar humming on her table. Whoever wanted some tea got a cup with tea concentrate from her and diluted it with hot water from the samovar kettle. I think I've never had better tea since then, but maybe it's because of the cosy atmosphere and the motherly character of the "storey women". - Travelling by night train from Kiev to Moscow, I was awakened at 6 a.m. by a railway steward who pushed a trolley with a big charcoal samovar through the corridor and offered delicious, stimulating tea to all the travellers. And also in the private homes I got acquainted with, a splendidly polished samovar spread a very special atmosphere of homeliness. Since then I have loved samovars!
Unfortunately, I lack both the financial means and the room to buy all the samovars I like. That's why I installed a kind of
Samovar Picture Gallery
on this website - you're welcome to have a look! (The page may require some time for uploading because of the quantity of photographs.) There are three departments: "Classical" modern Russian samovars; antique samovars from wherever samovars were produced in former times; and a department  with Russian folklore samovars as well as typical, modern Turkish and Iranian samovars. - If you own a samovar which might be an interesting/beautiful addition to my gallery, I'd really appreciate it if you sent me a photograph, preferably jpg.

Schicken Sie mir eine E-Mail!

(If you send me an e-mail, please delete  "abc" behind the ".de" ending of the address, it's spam protection.)


Picture 23: Ancient Russian samovar from Tula, probably still tsar era
Picture 24: View of the samovars in an antiques shop - this one sells also via internet.

Buying a samovar

Concerning this theme, I can only describe how the situation is in Germany, but I think it's similar all over West Europe and North America.
You can get recent (< 30-40 years) and sometimes "antique" samovars quite cheap at flea markets or rummage sales and also at eBay, but those sellers can rarely  account for the origin and age of their articles. Sometimes basic knowledge of the Cyrillian (Russian) writing may be useful to find out about that.
If you want to use such a samovar, take care that there won't be traces of verdigris on parts that may come into contact with water. This mineral looks quite pretty on domes and roofs, but it is also rather toxic (and, according to my own experience, seems to be "standard equipment" of silver-colo(u)red Russian samovars from the 70ies and 80ies if they were already in use).
"Food-safe" new samovars (there are at least several good German brands I know of) can be purchased in tea shops (but often at very high prices) or also as bargains in the internet. Just ask "Google" about "samovar" and see the results.
You can get ancient samovars with testified origin in antique shops and also at specialized internet traders'. These usually offer fully and expertly restored samovars, so it may be worth the money.

Here I have put a page with a small gallery of collectibles which have to do with samovars (page opens in a separate window).

You can post your wishes to buy or sell a samovar or related items on my pin-board. Of course, this is free, but I'm not responsible for any of the ads except my own.

Here you can find several samovar-related links. Look for the ones with "englisch" in their text, they are in English.

And these are commercial websites I enjoy visiting (they also offer samovars and related items now and then):
www.Antike-Taschenuhr.de    
eBay-Store with antiques, rare items and often also samowars



By the way ...

- Do you know why the Russians, Iranians and Turks call tea "tchaay" oder similarly, always starting with "tch", whereas in South and West Europe it's "tea", "Tee", "thé" and so on, starting with a plain "t"? - Well, Russia and West Asia were supplied with tea via the land route from Beijing, where the word for tea was "chay", and the West got tea via the sea route from South China, where the dialect word was "tay" or "te".
- In modern Russia the tip is still called "na chai", "for the tea". In former times, the employer added a small extra amount of money to the weakly wages specially to enable the employee to buy his tea.


If you like this page or have got critical comments, please visit my guestbook (page opens in a separate window).

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